Traumatherapie

Entwicklungs- und Bindungstrauma

Unter dem Begriff Trauma werden sowohl das Schocktrauma als auch die Entwicklungs- und Bindungstraumata zusammengefasst, deren Behandlung sich grundlegend unterscheidet.

In meiner Arbeit mit Trauma liegt der Schwerpunkt auf der Erkennung und Behandlung von Entwicklungs- und Bindungstrauma.

Diese Art der Verletzung entsteht meist sehr früh und ist vielen, die darunter leiden gar nicht als solches bewusst. Sie sorgt sehr subtil dafür, dass unsere Beziehungen erschwert sind oder immer wieder am gleichen Punkt scheitern, dass wir uns selbst sabotieren und nie zufrieden sein können egal wie sehr unser Partner*in sich bemüht oder dass wir eben immer wieder bei der gleichen Art Mensch landen, die uns dann mit den immer gleichen Verhaltensweisen erneut verletzt.

All das hat im Grunde sehr wenig mit unserem Gegenüber zu tun, auch wenn uns das natürlich ganz anders erscheint.

Der eigentliche Grund liegt in uns selbst. Die meisten Menschen erleben ihre ersten Bindungen zu Mutter und Vater zu irgendeinem Zeitpunkt als unsicher, instabil oder gar gefährlich. Wird daraus ein dauerhafter Zustand oder ein sich immer wiederholendes Muster lernen wir als Kinder schnell, uns selbst so zu verändern, unser Verhalten und unsere Äußerungen so anzupassen, dass die Bindung an die Bezugsperson vermeintlich wieder sicherer und dauerhafter wird.

Das Problem ist, dass das Kind dabei auch unbewusst lernt, seine berechtigten Bedürfnisse nach Nähe und echtem, bedingungslosem Kontakt zu beschneiden, zu manipulieren oder sogar komplett zu leugnen.

Das Ergebnis ist oft ein grundlegendes Misstrauen jeder Form von Nähe oder Intimität gegenüber. Oder ganz im Gegenteil das tiefe Gefühl, ohne Bindung nicht existieren zu können und im Zweifel alles, auch sich selbst für die Beziehung zu opfern.

Entscheidend ist, dass das Nervensystem im Kontakt mit anderen Menschen ständig in Alarmbereitschaft ist, anstatt sich beruhigen und regulieren zu können.

bindungsorientierte Traumatherapie

Um solche tief sitzenden Verletzungen zu beruhigen und die daraus resultierenden Prägungen zu lösen müssen neue Erfahrungen möglich gemacht werden.

Die Erfahrung von Sicherheit innerhalb von Bindung damit Vertrauen entsteht und wir lernen können, uns ehrlich zu zeigen in der eigenen Bedürftigkeit und Verletzlichkeit.

In der Therapie wird genau das geübt und im geschützten Rahmen erfahrbar gemacht.

Das Nervensystem kann dann wieder lernen, aus der kontinuierlichen Übererregung herauszufinden und Bindung endlich als das zu erleben, was sie sein kann: ein großes Glück!